Round Table im Vereinbarkeitsprojekt des Schweizerischen Bühnenverbands
Nachdem in den vergangenen Monaten intensiv recherchiert, analysiert, befragt und evaluiert wurde, trafen sich die Vertreter:innen der am Vereinbarkeitsprojekt beteiligten Betriebe zum ersten gemeinsamen Round Table. Ein wichtiger Meilenstein – und zugleich der Auftakt zur nächsten Projektphase.
Neun Betriebe aus der Schweizer Theater- und Bühnenlandschaft beteiligen sich engagiert am Vereinbarkeitsprojekt des Schweizerischen Bühnenverbands. Im Rahmen individueller Organisationsanalysen sowie breit abgestützter Mitarbeitendenbefragungen konnten bereits zentrale Herausforderungen identifiziert und offen benannt werden. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die nun folgenden Schritte.
Erster «Round Table» in Friboug
Am 27. April fand im Theater Équilibre in Fribourg der erste Round Table statt. Vertreter:innen von acht der total neun beteiligten Betriebe kamen zusammen, um die bisherigen Ergebnisse zu besprechen und gemeinsam in die nächste Phase einzutreten. Vertreten waren:
Zu Beginn des Treffens stand die Präsentation der Gesamtergebnisse aus den individuellen Bestandsaufnahmen und Mitarbeitendenbefragungen im Fokus – vorgestellt durch die Fachstelle UND. Danach bot das Zusammenkommen eine ideale Gelegenheit, sich gegenseitig auszutauschen und zu vernetzen.
Arbeiten mit System
Modell UND
Als Grundlage für den gemeinsamen Austausch diente – wie gewohnt – das Modell UND. Anhand dessen wurden zentrale, vereinbarkeitsrelevante Themen analysiert. Die Diskussion über unterschiedliche Ebenen, Einflussfaktoren und Lebensbereiche schärfte den Blick für vielfältige Perspektiven und vertiefte das gemeinsame Verständnis der branchenspezifischen Herausforderungen.
- Vereinbarkeit ist das Mass dessen, wie gut die fünf Lebensinhalte: Soziale Beziehungen, Haushalt, Ich, Beruf, Gemeinwohl in Einklang stehen. Sie bemisst sich individuell und ist dynamisch.
- Die Förderung der Vereinbarkeit spielt sich auf den drei Handlungsebenen: Individuum, Organisation/Unternehmen und Gesellschaft/Staat ab.
- Sechs Einflussfaktoren: Zeit, Geld, Ort, instrumentelle und emotionale Unterstützung, Verankerung wirken limitierend oder unterstützend auf Vereinbarkeit.
- Die Förderung der Vereinbarkeit setzt die Gleichstellung von Frau und Mann voraus und begünstigt diese gleichzeitig.
- Organisationen gestalten über Ihre Strategie, Struktur, Kultur und Prozesse die Vereinbarkeit der Mitarbeitenden.
Austausch auf Augenhöhe – voneinander lernen
In lebendigen Diskussionen und moderierten Gruppenarbeiten setzten sich die Teilnehmenden mit Good Practices, branchenspezifischen Herausforderungen und möglichen Lösungsansätzen auseinander. Ziel war es, voneinander zu lernen und erste Grundlagen für konkrete Massnahmenpakete zu schaffen. Diese sollen langfristig dazu beitragen, die Vereinbarkeit in den vielfältigen Berufsfeldern der Theater- und Bühnenwelt nachhaltig zu verbessern.
Diversität leben – Brücken bauen
Eine begleitende Herausforderung dieses «Round Table» in Fribourg bildeten die sprachlichen und kulturellen Unterschiede zwischen der Deutschschweiz und der Romandie – eine gegebene, jedoch keineswegs unüberwindbare Realität. Dank der Offenheit aller Teilnehmenden wurden diese Unterschiede als Chance genutzt und ermöglichten einen gelungenen Austausch über Sprachgrenzen hinweg. Der konstruktive Umgang mit dem «Röstigraben» erwies sich dabei als verbindendes Element und als Ausdruck gelebter Diversität.
Ausblick
Im nächsten Schritt wählen die beteiligten Betriebe jene Themen aus, die sie vertieft bearbeiten möchten. Darauf aufbauend werden konkrete Massnahmen definiert und weiterentwickelt. Die Fachstelle UND freut sich darauf, diesen Prozess weiterhin zu begleiten und die Betriebe auch in der Umsetzungsphase zu unterstützen.
Ein herzlicher Dank gilt allen beteiligten Organisationen der Schweizer Theater- und Bühnenbranche für ihr Engagement, ihre Offenheit und den gemeinsamen Einsatz für bessere Vereinbarkeit.
Zu guter Letzt ein besonderer Dank an das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG), das das Projekt finanziell unterstützt und damit einen wesentlichen Beitrag zum erfolgreichen Gelingen des Programms leistet.